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In Österreich steht zunehmend Wohnraum leer, während gleichzeitig die Nachfrage nach leistbaren Wohnungen steigt. Besonders in Regionen mit hohen Immobilienpreisen bleiben viele Wohnungen ungenutzt, etwa als Zweitwohnsitz, aus spekulativen Gründen oder durch Kurzzeitvermietung über Plattformen wie Airbnb. Dadurch wird dem regulären Wohnungsmarkt dringend benötigter Wohnraum entzogen.


Ein zentrales Problem ist die fehlende Datengrundlage. Es gibt keine einheitliche Definition von Leerstand, wodurch eine verlässliche Erfassung und gezielte Steuerung kaum möglich sind. Aktuelle Zahlen zeigen die Dimension: Rund 13,3 % der Wohnungen in Österreich werden nicht dauerhaft genutzt, wobei diese Zahl auch andere Nutzungsformen wie Zweitwohnsitze einschließt, aber dennoch das Ausmaß nicht dauerhaft genutzten Wohnraums verdeutlicht.


Erste Maßnahmen wie Leerstandsabgaben wurden in mehreren Bundesländern eingeführt, ihre Wirkung bleibt jedoch begrenzt. Unterschiedliche Regelungen, fehlende Kontrollen und unklare Daten führen dazu, dass ein erheblicher Teil leerstehenden Wohnraums weiterhin ungenutzt bleibt. Auch in Wien zeigt sich die Problematik durch Gebäude, die über Jahre hinweg leer stehen.


Andere Länder gehen bereits konsequenter vor mit strengeren Regeln für Kurzzeitvermietung und gezielten Abgaben auf ungenutzten Wohnraum.

Leerstand ist ein strukturelles Problem. Wohnraum muss genutzt werden. Dafür braucht es eine einheitliche Definition von Leerstand, eine verpflichtende und transparente Datenerhebung sowie wirksame Instrumente wie Leerstandsabgaben, die konsequent umgesetzt und kontrolliert werden.


In Wien fehlen vielerorts frei zugängliche Sitzgelegenheiten. Das erschwert insbesondere älteren Menschen sowie Personen mit eingeschränkter Mobilität den Alltag und verringert die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum.


Eine Ursache dafür liegt in einer über Jahrzehnte gewachsenen, autozentrierten Planung. Straßen und Plätze wurden vor allem als Verkehrsflächen verstanden, während Aufenthaltsqualität oft in den Hintergrund rückte. Sitzgelegenheiten entstehen dadurch häufig nur im Zusammenhang mit Konsum, wodurch Menschen ohne Konsumabsicht benachteiligt werden.


Zusätzlich finden sich in vielen Bereichen Elemente des sogenannten „Hostile Design“. Dabei handelt es sich um Gestaltungen, die längeres Verweilen bewusst erschweren und damit bestimmte Personengruppen aus dem öffentlichen Raum verdrängen.


Bestehende Maßnahmen bleiben häufig punktuell und folgen keinem einheitlichen Konzept. Klare Standards für die Verteilung von Sitzgelegenheiten fehlen, wodurch zwischen den Bezirken erhebliche Unterschiede entstehen.

Wir setzen uns daher für einen grundlegenden Perspektivenwechsel ein: Der öffentliche Raum soll als Aufenthaltsraum für alle Menschen gestaltet werden.


Dazu fordern wir:

  • ein flächendeckendes Netz frei zugänglicher Sitzgelegenheiten entlang stark frequentierter Wege sowie bei Haltestellen
  • verbindliche Mindeststandards für die Versorgung mit Sitzgelegenheiten in allen Bezirken
  • eine klare Absage an „Hostile Design“ sowie die Umsetzung inklusiver und barrierefreier Sitzmöglichkeiten
  • die konsequente Berücksichtigung von Begrünung und Beschattung bei der Planung neuer Aufenthaltsbereiche


Unser Ziel ist ein öffentlicher Raum, der zum Verweilen einlädt und für alle Menschen zugänglich ist und zwar unabhängig von Alter, Einkommen oder Mobilität.


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